Eine Bahnreise durch Siebenbürgen


(April 2017)

Was willst du denn in Siebenbürgen? Wo liegt das überhaupt? Was gibt es denn da interessantes zu sehen? Diese Fragen wurden mir vor meiner Reise des Öfteren gestellt. Wenn ich ehrlich sein soll, es waren die vielen bunten Häuser in Schäßburg die ich in einem Reisemagazine gesehen hatte sowie die Erfahrungen einer Rumänien Radreise in 2015. Das alles hatte mich neugierig gemacht und ich wollte mehr über diese Region Europas erfahren.

Ein Flugzeug brachte mich von Köln nach Klausenburg (Cluj Napoca). Von dort ging es weiter mit der Bahn durch Siebenbürgen bis nach Bukarest. Stopps wurden in Schäßburg (Sighisoara), Hermannstadt (Sibiu) und Kronstadt (Brasov) eingelegt. Durch die liebevolle Restaurierung sind die Stadtkerne heute wieder richtig hübsch,lebhaft bunt und beeindrucken mit ihrem mittelalterlichen Charme.

 

Bahnhof von Klausenburg

Anreise

Von Köln kann man mit Wizz Air nach Klausenburg oder mit Blue Air nach Bukarest fliegen.  Die Flüge sind recht preiswert. Ein gut ausgebautes Busnetz macht es einfach vom Flughafen in die Innenstadt bzw. zum Bahnhof zu gelangen. Das trifft für beide Städte zu. Sollte man ein Taxi bevorzugen, ist es ratsam (auch wenn sich ein Gebührenzähler im Auto befindet), vor Beginn der Fahrt den Preis auszuhandeln.

-> Wissenswertes über Klausenburg

Von Klausenburg geht es mit dem Zug nach Schäßburg

Die Zugabteile der Bahn sind ganz in Ordnung und Zugfahren ist für uns recht preiswert. Um einen kleinen Einblick in das Alltagsleben der Menschen zu bekommen, sollte man unbedingt zweiter Klasse fahren. Das Leben im Zug und die vorbeiziehenden Landschaften lassen keine Langeweile aufkommen.

Höfe entlang der Bahnstrecke

Dorfbahnhof

Typische Kirchenburg

Bahnhof von Schäßburg.

 

Schäßburg 

Schäßburg ist ein “bewohntes mittelalterliches Freilichtmuseum” mit besonderen Ausstrahlung. Das lässt sich besonders intensiv erleben, bei einem Spaziergang am späten Nachmittag, wenn die Tagestouristen wieder alle abgereist sind. Beeindruckend sind die vielen bunten Häuser, die imposanten Wehrtürme, die Stadtmauer, sowie der Schulberg mit Lyzeum, Kirche und dem deutschen Friedhof.

Vor einigen Jahren ist Schäßburg wegen seiner Einzigartigkeit in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen worden.

-> Wissenswertes über Schäßburg

Das Wahrzeichen von Schäßburg, der Stundturm

Bunt, bunter, Schäßburg, ein Rundgang durch den Ort

Jede Gasse bringt neue Eindrücke

Der Marktplatz mit Lindenbaum. Ein wunderbarer Ort, um die Nachmittagssonne und die Freude am Leben zu genießen.

Schulberg mit Lyzeum und Bergkirche

Aufgang zum Schulberg, eine überdachte Treppe führt hoch zum Schulberg

Bergkirche mit Friedhof auf dem sich hauptsächlich deutsche Gräber befinden

Der Friedhof steht unter Denkmalschutz. Durch die Inschriften auf den Gräbern wird die Geschichte der letzen hundert Jahre wieder lebendig.

Sudentendeutsche sind im Ersten und Zeiten Weltkrieg für Deutschland gestorben

Teile der Stadtmauer

Der Zinngiesserturm

Der Stundturm mit Stadttor

Beim Abendspaziergang zeigt sich Schäßburg besonders stimmungsvoll

Die Klosterkirche

Schäßburg ist natürlich ein Touristenmagnet

Nachmittags sind die meisten aber wieder verschwunden

Die Fotos legen nur einen kleinen Ausschnitt dieser wunderbaren Stadt frei. Ich bin von der Stadt begeistert. Mein Rat, selber hinfahren und mit allen Sinnen genießen, es lohnt sich.

 

Hermannstadt

Die Stadt, die früher als “Schutzwall aller Christen” gegen die Osmanen beschrieben wurde, lässt auch heute keine Langeweile aufkommen.

Die sehr aufwendig und schön restaurierte Altstadt ist mit mächtigen Wehrmauern umgeben und war in 2007, zusammen mit Luxemburg, die Kulturhauptstadt Europas.

-> Wissenswertes über Hermannstadt

Zimmermannsturm und Stadtmauer

Töpferturm

 ….richtig chic

Großer Ring, mit Rathaus und katholischer Kirche

Der Rathausturm

Es besteht keine Scheu, Informationstafeln neben Rumänisch auch in Deutsch zu gestalten.

 Die Seitenstraßen überraschen oft mit wunderbaren Hausfassaden

Mit Schindeln gedeckte Dächer

Hilfe, wir wollen hier raus

Storchennest mit Strom- und Telefonanschluss

Hermannstadt ist eine sehr lebendige Stadt, mit einem wirtschaftlichen Umfeld, in dem sich in den letzten Jahren viele deutsche und internationale Firmen angesiedelt haben. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 3 bis 4 %. Es gibt gute Hotels und Restaurants. Man muß auf nichts verzichten!

 

 Kronstadt

Kronstadt ist mit mehr als 250.000 Einwohnern eine der größeren Städte in Rumänien. Aufgrund der Lage, bezeichnet man Kronstadt auch als das Innsbruck Rumäniens. Der bekannteste Kronstädter in Deutschland ist der Musiker Peter Maffay. Aufgrund seines sozialen Engagements, ist er in seiner Heimatstadt kein Unbekannter, wie man in Gesprächen erfährt.

-> Wissenswertes über Kronstadt

Bahnhof

Rathausplatz

Kaffeehaus, erinnert ein bisschen an Wien

Altes Rathaus

  Orthodoxe Kirche

Schwarze Kirche

Wie man sieht, ist die deutsche Sprache noch nicht tot

Deutsches Gymnasium

Kronstadt ist eine Schatzkammer für Architekturfans

Schöne Strassenkaffees laden zu einer Pause ein

Orthodoxe Kathedrale

Das Katharinentor

Altherrenrunde beim “Bingo”

Präfektur

Gedenkstätte für die Opfer der Weihnachtsrevolution in 1989. Während der rumänischen Revolution gegen Diktator Ceausescu, sind in Rumänien insgesamt über 1000 Menschen für die Demokratie gestorben.

Weiter geht es nach Bukarest

Aufnahmen aus dem Zug

Bukarest

Bukarest, die letzte Station meiner Bahnreise. Bukarest ist eine Stadt der Gegensätze. Sie ist mit ca. 2 Mio. Einwohnern die größte Stadt und die Hauptstadt Rumäniens. Früher wurde Bukarest wegen der vielen eleganten, aber heute etwas in die Jahre gekommenen Prachtbauten, als “Paris des Ostens” bezeichnet. Während der Zeit unter Ceausesccau hat sich das Stadtbild weiter entwickelt, ob zum Vorteil, muß jeder selbst entscheiden.

-> Wissenswertes über Bukarest

 

Nordbahnhof von Bukarest

Mit der Strassenbahn geht es zum Hotel in die Innenstadt.

Hotel Capsa kann ich empfehlen. Stilvolles Hotel, Personal ist nett, super Lage direkt im Zentrum.

Spaziergang durch die Altstadt

Bukarest ist reich an Baustilen, von Zuckerbäckerstil über Barock bis Jugendstil und Plattenbauten, alles ist zu finden.

 

Wochenmarkt

Bukarest bietet eine angesagte Clubszene, ist aber bereits kein Geheimtipp mehr, da Lonely Planet schon alles breitgetreten hat.

Keine moderne Kunst, nur ein normaler Fahrradständer

Nachts sehen die Hausfassaden noch beeindruckender aus

Wirtschaftsakademie, Teil der Universität

Bukarest ist auch eine grüne Stadt mit vielen schönen Parks.

 

Das ist der “Vatikan” der Rumänisch-Orthodoxe-Kirche und Sitz des Patriarchats von Rumänien.

 

Der Parlamentspalast, früher Haus des Volkes. Ist flächenmäßig eines der größten Gebäude der Welt. Wurde im Dreischichtbetrieb, von 20.000 Menschen, in den Jahren 1983 bis 1989 errichtet. Den Baustil kann man als “Herrschaftsarchitektur” mit neoklassizistischen Wurzel bezeichnen. Dem Auftraggeber Ceausescu war es nicht vergönnt dort einzuziehen, er wurde 1989 erschossen.

Um diese Allee zu schaffen, wurden mehr als 40.000 Wohnungen, viele Kirchen und Synagogen und Teile der Altstadt abgerissen.

Je nachdem aus welchem Blickwinkel und Wetter man den Parlamentspalast betrachtet, kann er sogar schön aussehen.

Der Gigantismus hat jedoch kein Ende gefunden. Zur Zeit wird auf dem Gelände des Palastes, eine der weltweit größten orthodoxe Kathedralen  gebaut.

-> Mehr Infos

Fazit

Hier ist die Reise zu Ende. Mein Fazit fällt positiv aus. Ich mußte viele Vorurteile über Rumänien beiseite legen und war angenehm überrascht über die freundlichen Menschen, die weiten Landschaften, sowie die liebevoll restaurierten Städte. Dabei habe ich nur einen kleinen Teil von Rumänien gesehen, es gibt noch viel zu entdecken. Ich komme bestimmt wieder.

 

ENDE